In den letzten Beiträgen habt Ihr bereits einen Einblick in unsere Vorbereitungen erhalten und wir haben Euch schon zu dem einen oder anderem Event mitgenommen. Doch vieles blieb bisher offen: wie laufen die Tage eines Turniers selbst ab? Was für Kategorien gibt es und wie können die Tänzer sich präsentieren?

Für alle, die sich das schon immer gefragt haben, wollen wir heute ein paar Antworten und Einblicke in solche Wettkampftage geben. Und da sind wir auch schon bei dem ersten Detail, welches außergewöhnlich ist. Aufgrund der enormen Teilnehmerzahl jedes Jahr, vor allem bei internationalen Veranstaltungen, erstrecken sich die Turniere über drei oder manchmal sogar bis zu vier Tage – voller Adrenalin und Aufregung.

Kategorien wie Sand am Meer – für jeden gibt es die passende Klasse

So eine Meisterschaft kann ganz schön unübersichtlich und verwirrend sein auf den ersten Blick. Deshalb wollen wir zuerst ein bisschen Licht in die riesige Auswahl der Kategorien und deren Besonderheiten bringen.

Wie ihr wisst geht ACIM nicht nur mit dem Team an den Start, sondern auch mit Solos, Duos und einem Quad. Neben der Alterstrennung – von ‚Under 6‘ bis ‚Over 18‘ wird in 2 Jahres Schritten gestaffelt – werden all diese Kategorien auch in drei Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Für alle, die noch wenig Erfahrung haben und noch nie an einer Meisterschaft teilgenommen haben gibt es die Kategorie ‚Beginner‘.

Die nächste Schwierigkeitsstufe nennt sich ‚Intermediate‘ und schließlich gibt es die höchste Kategorie ‚Advanced‘. Da wir uns von Anfang an mit den stärksten Teams messen wollten, sind wir bereits im ersten Jahr unserer Teilnahme 2015 mit dem Team in der Kategorie ‚Advanced‘ gestartet. Durch die Einteilung in unterschiedlichen Leistungsklassen haben auch neue Teams die Möglichkeit, sich mit gleichstarken zu messen und eine gute Platzierung zu ergattern.

Die Teams – Der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung

Jedes Team tanzt am ersten Tag die Vorrunde und hat somit seinen eigenen Augenblick auf der Bühne. Die Länge der Show beträgt zweieinhalb Minuten und besteht aus einem Musikmix, das von dem Team selbst kreiert wurde. In dieser Zeit präsentieren alle das Ergebnis wochenlanger Arbeit. Nach dem Tanzen heißt es auf die Wertung warten. Nach einigen Stunden, meistens schon am späten Abend kommt dann die ersehnte Verkündung. Hat man es direkt ins Finale geschafft oder muss man noch eine Runde tanzen? Wer es nicht geschafft hat, darf noch einmal starten. So bekommt jedes Team eine zweite Chance, um sich doch noch ins Finale zu kämpfen. Am nächsten Tag treten wieder nacheinander alle Gruppen, die nicht weiter gekommen sind, mit der selben Choreografie wie am Vortag, gegeneinander an. Jetzt geht es um Alles oder Nichts, denn das ist die letzte Möglichkeit, in das Finale zu kommen. Diesmal bewertet eine andere Jury die Gruppen, und stellt die Ergebnisse am Ende des Tages vor.

Jetzt ist es offiziell: alle Teams für die Endrunde stehen fest. Diese findet am letzten Tag der Meisterschaft statt und ist der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Das Finale der Teams wird heiß herbeigesehnt und vor allem das Finale der ‚Over 18 Advanced‘ Teams wird mit Spannung erwartet. Die Besten der Besten treten ein letztes Mal gegeneinander an. All die harte Arbeit nur für diesen einen Moment. Hat es diesmal gereicht, um sich auf dem Siegertreppchen zu platzieren?

Dann folgt endlich die Siegerehrung. Beim Aufrufen der Platzierungen sammeln sich alle Teams des Finales nochmal Backstage, die Moderatoren fangen beim 7. Platz an und arbeiten sich langsam bis zum 1. Platz vor. Bei jedem Namen und jedem Jubelschrei um sich herum steigt die Aufregung noch ein wenig. Viele Crews bilden einen Kreis, nehmen sich in den Arm und werden ganz still. Wenn dann endlich der Name der eigenen Gruppe fällt, löst sich die gesamte Anspannung der vergangenen Tage und man kann stolz auf die Bühne kommen und sich feiern lassen – egal bei welchem Platz. Denn klar ist: allein schon im Finale dabei sein zu dürfen ist schon eine super Leistung!

Auch in diesem Jahr wird das bange Hoffen wohl der emotionalste Augenblick bei der Weltmeisterschaft 2018 in einem Monat werden. Welchen Platz wir wohl dieses Jahr belegen werden? Wir sind gespannt und können es kaum erwarten!

Solos, Duos und Quads – unsere individuellen Stärken

Allerdings ist das Team, auch wenn wir darauf natürlich den größten Wert legen, nicht alles! Auch in den Kategorien Solo, Duo und Quad nehmen unsere Crew und hunderte andere Tänzer jedes Jahr teil.

Anders als beim Team, wo eine vorher zusammengeschnittene Musik abgegeben wird, weiß man in diesen Kategorie nicht, was für Lieder kommen. Beim Solo tanzt man allein, man kann spontan auf die Musik reagieren und freestylen. Hier möchte man natürlich Beatkiller bringen und die Judges mit Einzigartigkeit und Technik begeistern.

Beim Duo und Quad hingegen steht man zu zweit bzw. zu viert auf der Bühne. Da man hier nicht alleine tanzt, muss vorher eine Choreografie einstudiert werden, die dann möglichst passend auf den jeweiligen Beat getanzt werden muss. Hierbei ist es wichtig, miteinander zu interagieren, Bilder zu bauen und zu zeigen, was man drauf hat!

In allen drei Kategorien ist der Ablauf derselbe: man tanzt zunächst eine Vorrunde, in der die Jury entscheidet welche Tänzer eine Runde weiter kommen. Jeder hat seine eigene Nummer, anhand welcher die Jury die Tänzer zuordnen kann. Runde für Runde scheiden weitere Teilnehmer aus, bis schließlich feststeht, wer im Finale tanzen darf. Am letzten Tag findet dann die Endrunde statt, bei der es dann wie in den Teams um das Siegertreppchen geht!

1 vs. 1 – Der direkte Vergleich

Zusätzlich gibt es noch Battles in unterschiedlichen Tanzstilen, an denen man teilnehmen kann. Das ist bei UDO, der Streetdance Organisation bei der wir antreten, etwas gesondert von den anderen Competitions und findet zu anderen Zeiten statt. Bei den Battles tanzt man erst eine Preselection, in der man in 45 sek. zeigen muss, was man drauf hat. Kommt man eine Runde weiter, geht man in die direkte Begegnung mit einem anderen Teilnehmer und kann so im direkten Vergleich die Jury beeindrucken. Im K.O.-System wird anschließend entschieden, wer weiterkommt. Bis Halbfinale battlen sich die Tänzer, gesplittet in verschiedene Streetdance Stile wie Locking oder House. Die Finalrunde mit den besten zwei Tänzern aus den jeweiligen Stilen findet dann entweder direkt im Anschluss, oder wie bei der WM üblich, am letzten Tag der Meisterschaft statt.

Für jeden Tänzer, der sich im Freestyle und in den verschiedenen Stilen weiterbilden will, sind solche Battles Pflicht! Hier kann man hautnah alles miterleben und die Eindrücke der vielen verschiedenen Tänzer auf sich wirken lassen.

Einen Monat noch bis zur WM!

Die Battles, Solo, Duo, Quad, Team – Ihr seht, für jeden ist was dabei. Wir fiebern schon alle gemeinsam auf die WM hin und zählen die Tage. Bei so viel Action gibt‘s ja auch noch so Einiges zum vorbereiten: wenn Ihr mehr über unser Trainingslager erfahren wollt, dann schaut gerne bei unseren Social Media Channels vorbei und checkt vor allem unsere Instagram Seite. Dort findet Ihr täglich Updates und Einblicke in unseren verrückten Tänzer-Alltag.

Wir hoffen, Euch hat dieser kleine Ausflug in die Welt der Streetdance Meisterschaften gefallen – schaut doch mal bei einem der Events vorbei – wir freuen uns über jede Unterstützung!

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